TOP Ö 1: Jahresbericht Stadtbücherei 2018

Der Vorsitzende bittet die Leiterin der Stadtbücherei, Frau Christian, um den Jahres­bericht 2018.

Frau Christian betont einleitend, dass die Bereitstellung von Bildung und Kultur für alle auch im digitalen Zeitalter die wichtigste Aufgabe der Stadtbücherei bleibt und man sich dieser Herausforderung stellt.

Durch die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, wie dem Kindertag, dem Floh­markt beim Straßentheaterfestival, der Fahrt zur Buchmesse usw. wurden die Stadt­büche­rei und ihr Angebot intensiv beworben. Zu 59 Veranstaltungen an beiden Stand­orten kamen 2.050 Besucher, 22 Führungen für Schulklassen wurden durchgeführt.

Die Besucherzahlen und die Zahl der aktiven Leser blieben in den letzten fünf Jahren relativ konstant.  2018 verzeichneten die beiden Standorte, Stadt- und Jugendbücherei, 1.784 aktive Leser, darunter 410 Neuanmeldungen; 28.667 Besucher.

Leider wirkt sich der digitale Wandel jedoch seit Jahren zunehmend negativ auf die Aus­leihzahlen aus. Ausgeliehen wurden 104.353 Medien. Daraus kann man schließen, dass das Buch zwar immer noch interessant ist, aber das Nutzerverhalten sich verändert hat. Das Buch hat Konkurrenz bekommen: durch die vielen Möglichkeiten der Freizeit­gestaltung, die Ganztagsschulen und die Möglichkeiten, sich Bücher aus dem Internet herunterzuladen. Der Rückgang von 8,3 % betrifft vor allem die Print- und audio­visu­ellen Medien. Fast alle Medien­grup­pen sind davon betroffen. Besonders groß ist der Rückgang bei der Ausleihe von DVDs (26 %). Streaming Dienste: Netflix, Spotitify, Amazon prime boomen.

Der Ausleihanteil der Printmedien beträgt allerdings immer noch 66 % (s. Grafik S. 3 Jahresbericht). Zuwachs ist nur im Bereich der digitalen Medien zu verzeichnen: Onleihe +12 % / Ausleihanteil von 15 %.

Ein Versuch, auf die Entwicklung zu reagieren, war 2018 das Projekt „Digitale Lese­förderung und Veranstaltungen mit Tablets“. Durch weitere innovative Projekte im Bereich der Leseförderung wird sich die Stadtbücherei gemeinsam mit Kitas und Grund­­schulen den digitalen Herausforderungen stellen. Dazu ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiterinnen weiterqualifizieren und die technische Ausstattung verbessert wird. Das ist ansatzweise schon erfolgt, aber es fehlt vor allem die Ausstattung mit WLAN an beiden Standorten. Dies wird bereits seit 2014 in jedem Jahresbericht ge­fordert. Frau Christian bittet hier genauso um die Unterstützung des neuen Kultur­dezernenten wie bei der räumlichen Zusammenführung der beiden Standorte.

Der Vorsitzende dankt Frau Christian für den ausführlichen Bericht und eröffnet die Aussprache. Diskutiert werden vor allem die kostenpflichtigen Internetarbeitsplätze, die sowohl dem Vorsitzenden als auch dem Ausschuss nicht mehr zeitgemäß erscheinen.

Bei der Gebühr von 1 € pro 30 Minuten nimmt die Stadt ca. 400.- € im Jahr ein. Den relativ geringen Einnahmen steht eine negative Außendarstellung gegenüber. Gerade ein­kommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern sollte kostenloser Zugang zum Internet zur Verfügung stehen.

Der Ausschuss erteilt dem Vorsitzenden den Auftrag, möglichst bald die WLAN-Ver­sorgung auf den Weg zu bringen und eine modifizierte Gebührenordnung den Gremien vorzulegen. Der Oberbürgermeister strebt eine Umsetzung noch in diesem Jahr an.


 

Frau Kaiser erkundigt sich nach den Erfahrungen bei der Zusammenarbeit von Schulen und Stadtbücherei. Frau Christian berichtet von positiven Rückmeldungen bei den ge­meinsamen Projekten, hegt aber den Wunsch auf eine Intensivierung der Kooperation. Die Resonanz könnte noch größer sein.

Der Kulturausschuss nimmt den Jahresbericht 2018 zur Kenntnis und dankt den Mit­arbeiterinnen für ihre engagierte Arbeit. Es ist nicht selbstverständlich, dass Mitarbei­terinnen mangels WLAN ihre privaten Mobiltelefone zur Verfügung stellen, damit An­gebote der Stadtbücherei demonstriert werden können.